Osten holt schwache Westländer in zehn Jahren ein

img
Solarpark entsteht in Erfurt
Die Wirtschaft in Ostdeutschland braucht nach Ansicht des IW-Instituts noch zehn Jahre, um zu den ärmeren Ländern im alten Bundesgebiet aufzuschließen. Nach der Wiedervereinigung sei der Aufbau Ost insgesamt zu positiv gesehen worden. Die Experten bezeichneten ihn dennoch als Erfolgsgeschichte.
Die ostdeutsche Wirtschaft holt frühestens in zehn Jahren schwächere Westländer wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen ein. Diese Prognose hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls veröffentlicht. Wenn dieses Ziel geschafft ist, seien ab 2020 spezielle Hilfen wie Solidarpakt und Solidaritätszuschlag unnötig, sagte IW-Direktor Michael Hüther in Berlin.
Insgesamt kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der Aufholprozess kein Misserfolg war und nicht so schleppend verlaufen ist wie oft behauptet. Die ostdeutsche Wirtschaft sei nach dem Mauerfall 1989 doppelt so schnell gewachsen wie es in anderen Regionen der Welt unter ähnlichen Bedingungen der Fall war. Aktuell erreicht das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf dank massiver Förderung 70 Prozent des westdeutschen Wertes – nach der ökonomischen Theorie wäre dieses Ziel erst 2028 zu erreichen gewesen.
IW-Chef Hüther sagte vorher, dass die Wirtschaftsleistung der fünf neuen Länder wahrscheinlich niemals den West-Durchschnitt erreichen wird. Dies zu verlangen, wäre auch zu ambitioniert und schon deshalb eine zu hohe Messlatte, weil im Osten nach wie vor Finanz- und Wirtschaftszentren wie Frankfurt, München und Hamburg fehlen, meinte er.
fortgesetzt
Seite 1 von 2Weiter