Die Schuld der Bundesregierung beim Opel-Deal
04.Nov.2009
Opel
Sanieren statt verkaufen: General Motors entscheidet sich überraschend, seine deutsche Tochter Opel zu behalten. Das treibt Politiker und Opelaner auf die Barrikaden. Doch so zynisch es klingt: Zum Teil hat die Bundesregierung selbst zur Kehrtwende des US-Konzerns beigetragen.
Der silberne Sportwagen rast die Spur entlang, wechselt blitzschnell auf die Außenbahn – und rauscht aus der Kurve. Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster nimmt den Daumen vom Temporegler – und den Crash gelassen. War ja nur ein Rennen mit Miniaturautos, zu dem sich der Automanager am Rande des Branchenkongresses in Berlin am Dienstag kurz hinreißen ließ. „Schlechte Straßenlage“, brummt Forster und bugsiert den Flitzer mit einem Handgriff wieder ins Rennen.
Im Fall Opel dürfte es deutlich schwerer sein, die Situation zu retten. Der Autobauer, von dem es gerade noch hieß, er werde an den Zulieferer Magna verkauft und sei damit gerettet, ist ebenfalls aus der Spur geraten. Zumindest aus deutscher Sicht. Denn während Forster mit der Carrera-Bahn spielte, entschied der Verwaltungsrat der Noch-Konzernmutter General Motors (GM) in Detroit, Opel nun doch nicht zu verkaufen – und das für die meisten Beteiligten in Europa völlig überraschend. Forster und das Opel-Management, die Betriebsräte und Ministerpräsidenten mit Standorten des Autobauers sowie die Bundesregierung sind mit ihren Opel-Plänen voll gegen die Wand gefahren. Den neuen, globalen Automobilhersteller mit Sitz in Deutschland wird es nicht geben.
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