Längere AKW-Laufzeiten bringen Staat 24 Milliarden
05.Nov.2009
AKW Biblis
Der Staat kann nach einer Studie durch die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke mit Einnahmen von über 24 Milliarden Euro rechnen – allerdings erst ab 2014. Bis dahin schmälern Investitionen für die Nachrüstung alter Meiler den Gewinn der Konzerne und die Summe, die der Staat davon abschöpft.
Der Staat kann einem Bericht zufolge vorerst nur mit geringen Einnahmen aus den Zusatzgewinnen der Energiekonzerne bei längeren Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke rechnen. Selbst bei einer Abschöpfung des Großteils solcher Gewinne seien in dieser Legislaturperiode im Schnitt 300 Millionen Euro pro Jahr zu erwarten, berichtete die „Berliner Zeitung“ vorab unter Berufung auf eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg.
Diese gehe davon aus, dass für alte Atommeiler Nachrüstungsinvestitionen von 3,2 Milliarden Euro für einen Weiterbetrieb nötig seien. Das senke die Gewinne unter dem Strich auf 1,8 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren. Davon werde der Staat über den gesamten Zeitraum verteilt schätzungsweise 1,2 Milliarden abschöpfen.
Der Großteil der kalkulierten Zusatzgewinne sei ab 2014 zu erwarten, hieß es in dem Bericht weiter. Sie beliefen sich der Studie zufolge auf 37,5 Milliarden Euro, von denen 24,4 Milliarden auf den Staat entfallen könnten.
Union und FDP hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag grundsätzlich für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ausgesprochen, Details aber offengelassen. Die erwarteten Zusatzgewinne der Konzerne sollen zu einem Teil für die Forschung und Vermarktung erneuerbarer Energien verwendet werden.
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