Lebensgefährlicher Schock nach Grippe-Impfung
03.Nov.2009
Nach Warnungen vor einer neuen Schweinegrippe-Welle erlebt das Düsseldorfer Impfzentrum einen Ansturm von Impfpatienten.
Düsseldorf/Hamburg (dpa) - Nach Warnungen vor einer neuen Schweinegrippe-Welle hat es zum Wochenbeginn mancherorts einen Ansturm auf die Impfstellen gegeben. Dabei kam es zu einem ersten Zwischenfall: Ein Mann erlitt nach der Impfung einen lebensgefährlichen Immunschock.
Am Montag hätten fast 1000 Menschen in der zentralen Impfstelle von Düsseldorf die Spritze erhalten, sagte der Sprecher des Gesundheitsamts, Michael Bergmann. Auch am Dienstag werde die Zahl der Impfwilligen «mit Sicherheit über 1000» liegen. Vor der ehemaligen Notfallpraxis bildeten sich Schlangen bis auf den Parkplatz. In der vergangenen Woche waren insgesamt nur 2000 Menschen im Düsseldorfer Zentrum immunisiert worden.
Ein rund 30 Jahre alter Mann erlitt nach einer Impfung gegen die Schweinegrippe in einer Düsseldorfer Arztpraxis einen gefährlichen Immunschock. Nach dem lebensrettenden Eingreifen seines Arztes kam der Mann in ein Krankenhaus, das er jedoch nach kurzer Zeit wieder verlassen konnte. Solche anaphylaktischen Reaktionen sind nach Angaben des Bundesinstituts für Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) ausgesprochen selten. Sie kämen in geschätzten 1 bis 10 Fällen pro einer Million Impfungen vor. Vorsicht ist bei Allergien gegen Hühnereiweiß geboten, weil der Schweinegrippe-Impfstoff in Eiern hergestellt wird.
Auch im Saarland, wo in der vergangenen Woche ein fünfjähriger Junge an der Schweinegrippe gestorben war, ließen sich viele Menschen impfen. Die dort am vergangenen Mittwoch begonnene Impfung werde gut angenommen, sagte Gesundheitsminister Gerhard Vigener (CDU). Nach einem langsamen Start bestellten die Hausärzte in Hessen immer häufiger die für sie geltende Höchstmenge zur Impfung von 100 Patienten, sagte der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes Peter Homann. Auch in Bayern herrschte in manchen Arztpraxen reger Andrang, in anderen war er allerdings gering. In Niedersachsen war die Impfung gegen die Schweinegrippe schleppend angelaufen.
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