Impfbereitschaft gegen Schweinegrippe gestiegen
05.Nov.2009
In Deutschland ist die Massenimpfung gegen die Schweinegrippe angelaufen.
Hamburg (dpa) - Nach neun Schweinegrippe-Toten in Deutschland ist die Impfbereitschaft vielerorts deutlich gestiegen. In Niedersachsen müssen Menschen unter Umständen jedoch wochenlang auf eine Impfung gegen das Pandemie-Virus warten.
Dort gibt es Probleme mit dem Nachschub. In Berlin und in anderen Orten Deutschlands sind die Info-Telefone zur Schweinegrippe überlastet. Nach dem Liga-Rivalen Hertha BSC will nun auch Fußball-Bundesligist Schalke 04 seine Profis gegen Schweinegrippe impfen lassen.
Innerhalb weniger Tage habe sich die Einstellung der Bevölkerung zur Impfung gegen die Schweinegrippe komplett gedreht, sagte Uwe Köster von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. In Münster (Nordrhein-Westfalen) ist das gelieferte Serum bereits komplett aufgebraucht. Die Schweinegrippe hat auch den Leipziger Thomaner-Chor erreicht. Ein elfjähriger Sängerknabe sei nachweislich erkrankt, 29 weitere litten an Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen, teilte die Geschäftsführung mit. Um die Ansteckungskette zu unterbrechen, wurde das Schülerheim am Mittwoch für eine Woche geschlossen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte davor, die Auswirkungen der Pandemie zu unterschätzen. Eine Impfung sei immer noch der beste Schutz, erklärte WHO-Sonderberater Keiji Fukuda am Donnerstag in Genf. «Die Pandemie ist das dominante Grippevirus in allen Ländern geworden», sagte Fukuda. «Wir haben es nicht mit der (üblichen) saisonalen Grippe zu tun.» Viele Symptome seien zwar ähnlich, aber häufig komme es auch zu schweren Erkrankungen und sogar Todesfällen. Besonders Schwangere und bereits unter anderen Krankheiten leidende Menschen seien gefährdet.
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