Poetischer Berlinale-Sieger «Eine Perle Ewigkeit»

dpa
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Fausta (Magaly Solier) lebt in ihrer eigenen Welt.
Hamburg (dpa) - Der Spielfilm «Eine Perle Ewigkeit» aus Peru ist eine echte cineastische Überraschung von Format. Regisseurin Claudia Llosa bietet ein beeindruckendes filmisches Gedicht - Poesie pur.
Und reflektiert doch ein politisch und sozial gewichtiges, ganz und gar unpoetisches Thema. Der Film handelt von den Folgen des peruanischen Bürgerkriegs, in dem von 1980 bis ins Jahr 2000 Regierungstruppen und selbst ernannte «militärische Volksgarden» das Land terrorisierten.
Viele Kriegsverbrechen wurden verübt. Der Originaltitel nimmt darauf direkt Bezug: «La Teta Asustada» (Slang für «Die kranke Brust») nennen die Peruaner eine Gemütskrankheit, die auf die Kinder jener Frauen, die im Krieg vergewaltigt wurden, mit der Muttermilch übertragen wird.
Fausta (Magaly Solier), eine mittellose junge Indio-Frau, leidet unter diesem Trauma. Zu Beginn des Films berichtet ihre im Sterben liegende Mutter in der Inkasprache Quechua singend von dem Grauen, das sie einst erleiden musste. Ihr Tod stürzt Fausta, von der Familie ihres Onkels in einem Elendsviertel in Lima halbwegs behütet, in eine tiefe existenzielle Krise. Sie kann nicht mehr sprechen, wagt sich kaum unter Menschen.
Die Tochter hat den Schmerz der Mutter verinnerlicht: Sie hat sich eine Kartoffel in die Vagina gesteckt. Im Krieg war es einer Frau so angeblich gelungen, der Vergewaltigung zu entgehen. Die Täter sollen in Ekel vor der verfaulten Kartoffel und der kranken Vagina von der Frau abgelassen haben. Fausta vergewaltigt sich also beständig selbst, um sich zu schützen. Wenn die Erdenfrucht in ihrem Leib keimt, schneidet sie die Keime ab.
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